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Airlie Beach – Bootstour – Tag 2


Der zweite Tag beginnt mit schmerzhaftem Rücken dank unserem kleinen Bett. Wir stehen vor dem Frühstück auf um in der Küche schonmal ein paar Arbeiten erledigen zu können. Als die ersten Gäste aufstehen, sieht man in deren Gesichtern, dass die Seekrankheit noch vielen in den Knochen steckt. Bisher war das keine Kaffeefahrt. Und auch der neue Tag scheint keine Besserung zu bringen. Auf dem Monitor im Diningroom wird eine schlechte Nachricht angekündigt:


„Tropical Cyclone Larry


Category: 4

Position: 380 nautical miles east of Cairns.

Direction: Westerly at 16 knots.

Expected to cross the tropical north coast early Monday“


Was hat das zu bedeuten? Es wird gemunkelt und Seekrankheitstabletten ausgetauscht. Während wir erstmal unser Frühstück genießen verdichten sich die Gerüchte. Wir werden wohl nicht vom Glück verfolgt werden. Ganz im Gegenteil ein Cyclon befindet sich ganz in unserer Nähe. Der gestrige Sturm soll nur ein Vorbote von dem gewesen sein was wir noch erwarten sollten. Alle warten auf die Updates von der Brücke.


„Forecast: Cape Flattery to Mackay: Storm Wind Warnings.


Bowen to Mackay: SE winds 30-40 knots increasing to 40 to 60 knots this afternoon. Seas 4 to 5 metres inside the reef, 6 to 8 metres outside the reef. Aren't we lucky we're inside the reef?“


Na wenigstens der Kapitän hat noch seinen Humor behalten. Spätestens jetzt wird es Zeit, dass ich etwas mehr über Boote und die See lerne. Ein Gast, der misstrauisch die GPS Daten am Monitor verfolgt, klärt mich auf. Er sei schon des öfteren gesegelt und auch schon oft hier am Great Barrier Reef gewesen. „Ein Cyclon kann ganz schön hart sein!“ Sagt er.. „Dieses Boot kann maximal 60 Knoten Wind aushalten – der Kapitän wird uns schon schön in Sicherheit bringen“ munkelt er weiter. „Cyclons ändern die Richtung wie sie wollen und können plötzlich verschwinden oder viel stärker als geglaubt sein“.


Spätestens nun ist klar, dass die gesamte Tour etwas anders als geplant verlaufen wird. Aus Schnorchelabenteuer am Great Barrier Reef werden nun kleine Schnorchelausflüge in windsicheren Buchten. Seis drumm, jeder will nur ein bischen Ruhe und Sicherheit haben – Seekrank sein will hier keiner für die nächsten Tage.


Der Tag lässt uns auch wie am Tag zuvor kaum Ruhe in der Küche. Ständig gibt es neue Arbeit. Dafür vergeht die Zeit wie im Flug. Inzwischen sind wir mit allen Crewmitgliedern befreundet – alles läuft wie am Schnürchen. Nach dem Mittagessen steuert das Boot in neue Gewässer. Der Kapitän schafft es uns nach einer nur kurzen, wackeligen Fahrt, wieder in seichtere Gewässer zu steuern. Die Wellen waren diesmal nicht halb so stark wie am Tag zuvor. Nun kann man sogar Schnorcheln gehen. Das Boot ankert. Die Beiboote werden zu Wasser gelassen und nun werden die Gäste in Gruppen an einen nahegelegenen Strand gebracht. Wir dürfen mitgehen zum Schnorcheln und lassen uns diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen. Am Strand erklärt ein Crewmitglied ein paar Fischarten die hier vorherrschen und gibt eine kleine Einführung ins Schnorcheln. Dann geht es auch schon los.


Im Wasser warten tausend kleine und große Fische in kunterbunten Farben darauf von uns entdeckt zu werden. Die Fische sind nicht sonderlich scheu und so kommt es schonmal vor, dass man quasi durch einen ganzen Schwarm von Fischen schwimmen kann. Es ist unglaublich schön in dieser Korallenlandschaft zu schnorcheln. Obwohl wir hier nur am Outter Reef sind sind die Korallen erstaunlich entwickelt und viel. Leider sind die Lichtgegebenheiten nicht optimal – die Sonne ist hinter dicken Wolkenmassen verborgen und daher sind die Farben etwas blasser als sie mit starkem Sonnenlicht sein könnten. Trotzdem ist das Schnorcheln hier eine tolle Erfahrung!


Zurück auf dem Boot gibt es nicht lange Zeit sich darüber zu freuen. Wir ziehen uns um und erscheinen sofort wieder in der Küche zum Arbeiten. Nun muss wieder hektisch und doch genau, dass Abendessen zubereitet werden. Dieses mal gibt es riesige Fische, die vom Koch fein dekoriert werden, duzende Garnelen, gemischt mit thailändischen Nudeln und angebratenem Gemüse. Da läuft einem bei der Arbeit das Wasser im Mund zusammen. AC/DC erschallt über die Lautsprecher und das Freibier von der Bar hält uns munter. Nach der getanen Arbeit fühlen wir uns erneut pudelwohl als wir unser eigenes Essen genießen und wir dann wieder total erschöpft ins Bett fallen.