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Reisebericht Airlie Beach
Airlie Beach - Flug
Airlie Beach – Fliegen
Einen kommerziellen Rundflug können wir uns bei unserem kleinen Budget leider nicht leisten. Doch wir haben mal wieder enormes Glück. Unser Gastgeber besitzt nebenbei ein kleines Privatflugzeug und schon am ersten Tag in Airlie Beach kriegen wir es zu Gesicht. Zwischen Airlie und Shute Harbour gibt es einen kleinen Flugplatz. Im großen Hangar warten die kleinen Motorflugzeuge darauf, von ihren Eigentümern herausgeholt und geflogen zu werden.

Wir staunen nicht schlecht als wir „Buzzy“ - so heißt das Flugzeug, im Hangar stehen sehen. Dieses Flugzeug ist gar nicht soo klein wie Gedacht. Da es ein Motorsegler ist kann man damit selbstständig starten jedoch sind die Tragflächen groß genug um den Motor ausstellen zu können um damit einfach nur durch die Luft zu gleiten. Gebaut ist das Flugzeug für maximal zwei Passagiere und es ist verdammt eng im Cockpit. Als wir das Flugzeug an einem anderen Tag aus dem Hangar holen um es hochglanz zu polieren dürfen wir mal kurz ins Cockpit hüpfen und der Motor wird angelassen um einen Testlauf zu machen. Da schlägt der Puls schnell mal höher. Die Instrumente die zwei Steuerknüpel und die Kopfhöhrer mit Mikro auf, lassen einem schnell vom Fliegen träumen! Leider ist das Wetter zu schlecht um abzuheben. Da Buzzy riesige Tragflächen hat würde das Abheben bei Wind ganz schön schwierig und wackelig werden. Zu dichte Wolken versperren die Sicht und würden das Landemanöver gar nicht so einfach gestallten. Hier wird noch richtig manuell und auf Sicht geflogen! „Ich könnte damit fliegen heute“ sagt Paul leicht lachend „aber ihr würdet es nicht mögen – zu turbulent!“. Egal solange wir das Flugzeug putzen träumen wir davon damit abzuheben. Wenn das Wetter gut ist fliegen wir mal, verspricht uns Paul doch dann müssen wir Buzzy wieder in den Hangar schieben und erstmal Abschied nehmen.

Da wir zur Nebensaison da sind ist das Wetter nie so richtig beständig und durchgehend gut. Wir können uns zwar nicht darüber beklagen – wir hatten reichlich Sonne und Hitze, jedoch für einen Flug hatte es bisher nie so ganz gereicht. Früh morgends waren die Chancen am besten. Eines Tages war es dann doch noch soweit – die Chance auf einen Flug waren gut und so fuhren erstmal Paul und ich heraus zum Flugfeld. Das Flugzeug ist zu zweit ganz schön schwierig auf die Startbahn zu schieben. Es ist zwar ein wenig windig, jedoch scheinen die Konditionen nicht mehr besser zu werden – wir starten den Flug! Aufgeregt, mit der Kamera im Gepäck, steige ich ins Cockpit. Noch die obligatorische Fliegersonnenbrille aufgesetzt und schon kanns losgehen. Über die Kopfhöhrer mit Mirko verständigen wir uns. Paul erklärt mir alle Funktionen und wie er das Flugzeug startet. Alles arbeitet streng mechanisch und automatik ist Fehlanzeige. Wir fahren langsam an den Anfang der Startbahn – eine „Dreckpiste“ aus Sand und Gestein. Den Weg dorthin legen wir größtenteils auf Gras zurück um den Propeller vor Steinschlag zu schützen. Das Herz rast und Paul dreht die Popellerumdrehungen höher. Das Flugzeug beschleunigt und ehe ich mit den Augen blinzle sind wir in der Luft. Ganz ohne geholper nach ein paar Meter haben wir schon genug Geschwindigkeit um hochzuziehen. Plötzlich sind wir in der Luft – ein unglaubliches Gefühl! In dem kleinen Cockpit spürt man alles.. durch das 180° gewölbte Glasfenster sieht man alles. Man spürt, dass direkt unterm Sitz nichts mehr als die Luft ist die uns trägt. Wir gewinnen sehr schnell an Höhe. Nun muss Paul in den nächsten „Gang“ schalten – einen höheren Propellerpitch. Der Propeller geht für kurze Zeit aus, der Pitch wird geändert und dann springt der Propeller mit einem lauten Geräusch wieder an – ziemlich nervenkitzelnd! Die Aussicht ist trotz ein paar Wolken sehr genial! Das Wasser erscheint im schönsten blau. Wir fliegen einen Bogen und an der Küste entlang. Paul zeigt mir einige Inseln .. „Crab Island“ welche aus der Luft wirklich wie eine Krabbe aussieht. Durch den Funk gibt es immer Neugikeiten aus dem Luftraum. Mit Buzzy könnte man etwa 4 Stunden in der Luft bleiben. Paul plant daher einmal Australien umrunden zu wollen – landen darf er auf fast allen Flughäfen. Buzzy ist auch sehr ergonomisch. Die Haltungskosten wie Versicherung und Abstellplatz sind zwar astronomisch – dafür ist der Spritverbrauch relativ wenig und effizient. Eine tolle Art Australien zu erkunden! Nach etwa 45 Minuten Flug setzten wir zur Landung an. Die Wolken hatten sich zum Glück verzogen und so konnte man die Landebahn schon von weitem sehen. Noch kurz die Durchsage per Funk, dass wir Landen möchten und schon ging es ab in Richtung Erde. Plötzlich als wir schon kurz vor dem Boden ist schreit Paul „Bloody Shit!!“ und greift zu mir rüber auf meine Seite. Ich mache mich so klein wie möglich um nicht im Weg zu sein und begreife nicht was los ist. Das Herz klopft noch schneller als es wegen der Landung ohnehin schon getan hat. Was ist passiert? Alles geht blitzschnell. Schon landen wir butterweich – es ist geschafft! „Verdammt Paul was ist da passiert?“ Frage ich Paul durchs Mikro. „Ach, ich habe vergessen die Räder auszufahren! Hat ja doch noch geklappt.. bin eine Weile nicht mehr geflogen, da vergisst man sowas schonmal.“

Queensland
Studium Australien